Mikroplastik im Grundwasser

Mikroplastik im Trinkwasser ist ein zunehmend diskutiertes Thema in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Studien von Institutionen wie dem Umweltbundesamt und der Weltgesundheitsorganisation zeigen: Mikroplastikpartikel sind weltweit in Gewässern nachweisbar. Doch wie gelangen sie ins Trinkwasser – und welche Technik filtert sie zuverlässig heraus?

Wie kommt Mikroplastik ins Grundwasser?

Mikroplastik (Partikel < 5 mm) entsteht hauptsächlich durch:

  1. Reifenabrieb im Straßenverkehr – einer der größten Eintragsquellen in Böden und Gewässer
  2. Waschen synthetischer Kleidung – Mikrofasern gelangen ins Abwasser (neben dem PFAS – eigener Artikel: Link)
  3. Kosmetik- und Industrieprodukte
  4. Zerfall größerer Kunststoffteile in der Umwelt

Diese Partikel gelangen über Regenwasser, Oberflächenabfluss oder Abwasser in Flüsse, Seen und ins Grundwasser. In Regionen mit intensiver Landwirtschaft, hoher Verkehrsbelastung oder dichter Besiedlung ist die Eintragswahrscheinlichkeit erhöht.

Trauriger Fakt: Von den Blättern von Windkraftanlagen wird jährlich zwichen 35 – 90 kg Mikroplastik ins Erdreich gespült.

Was entfernt eine Kläranlage und was nicht?

Moderne Kläranlagen arbeiten mechanisch, biologisch und teilweise chemisch. Sie entfernen einen großen Anteil an Mikroplastik – insbesondere größere Partikel.

Aber:

  • Sehr kleine Partikel im Mikro- und Nanobereich passieren teilweise die Filterstufen.

  • Kläranlagen sind primär auf organische Belastungen, Stickstoff- und Phosphatverbindungen ausgelegt – nicht speziell auf Kunststoffpartikel.

  • Nanoplastik ist mit konventioneller Technik kaum vollständig erfassbar.

Das bedeutet: Ein Restanteil kann in Gewässern verbleiben und langfristig in den Wasserkreislauf zurückgelangen.

Warum ist Umkehrosmose besonders effektiv gegen Mikroplastik?

Die Umkehrosmose arbeitet mit einer halbdurchlässigen Membran mit extrem feiner Porenstruktur (ca. 0,0001 Mikrometer = 0,1 Nanometer).

Zum Vergleich:

  • Mikroplastik: meist > 1 Mikrometer

  • Nanoplastik: kleiner, aber deutlich größer als die Porengröße einer Osmosemembran

Das Ergebnis:

  • Rückhalterate nahe 100 % für Mikroplastik

  • Sehr hohe Filterleistung auch im Nanobereich

  • Zusätzlich Entfernung von Schwermetallen, PFAS, Medikamentenrückständen und Nitrat

Im Gegensatz zu Aktivkohlefiltern, die primär adsorptiv arbeiten, wirkt die Osmosemembran als physikalische Barriere. Partikel werden nicht gebunden, sondern vollständig zurückgehalten.

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